Café Fromme, Köln

Aus Kaffeetraditionsverein
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Adele und Ludwig Fromme im Jahre 1893 das Haus Breite Str. 122 von der Familie Brungs kauften (später Weinhaus Brungs) , eröffneten sie zunächst einen Feinkosthandel, den sie in den weiteren Jahren zu einem kleinen Cafe umgestalteten, ähnlich dem heutigen Star[...]

Ludwig Fromme war gelernter Kaffeeröster und hatte zuletzt bei der Fa. Leonhard Monheim in Aachen als Prokurist gearbeitet.

Zu dieser Zeit war die Breite Str. eine pulsierende Strasse und die Hauptverbindung zwischen den westlichen Vororten und dem Dom. Sogar eine Strasenbahn fuhr durch die damals sehr enge Breite Str.

Im Café Fromme wurde noch nicht selbst gebacken, sondern drei, der vielen in Köln beheimateten Konditoreien, belieferten das Haus mit süssen Produkten.

Weil das Geschäft prosperierte, verlegten Adele und Ludwig Fromme ihren Wohnsitz in das beschauliche Bonn und übernahmen in der Kaufmanstr. ein schönes Gründerzeit-Haus. Von hier pendelten sie täglich mit der schnellen(!) Rhein-Uferbahn nach Köln.

Im Jahre 1936 übernahm einer der beiden Söhne, der Dipl.Kaufmann Johannes Fromme zusammen mit seiner Ehefrau Christine das Geschäft. Es gelang ihnen das Nachbarhaus Breite Str. 124 zu erwerben und damit konnte der Standort erweitert werden. Es war die unselige Zeit der Nazis in Köln und das Cafe Fromme fiel auf, weil statt des Heil-Hitler-Grußes immer noch "Guten Tag" gesagt wurde.

Es folgte in den kommenden Jahren die vollkommene Zerstörung und Zerbombung des Hauses und somit des Geschäfts.

Christine und Johannes Fromme standen mit hren beiden Söhnen Elmar, geb. 1938 und Ansgar, geb 1940 mit einigen wenigen Habseligkeiten buchstäblich auf der Strasse.

Für einige Monate wurde noch das Cafe Zervos, Ehrenst. 39 bewirtschaftet, bevor auch dies im Okt. 1944 ein Opfer der Flammen wurde. Es folgte eine kurze Zeit der Evakuierung in Lüdenscheid, um von dort in das großelterliche Haus nach Bonn umzusiedeln.

Im Jahe 1950 gelang es unter unsäglichen Umständen und provisorisch, quasi im Schutt, das Kölner Cafe wieder zu eröffnen.

Leider war die Breite Str. nun nicht mehr die pulsierende Einkaufsstrasse der Vorkriegszeit, vielmehr war sie durch den brutalen Einschnitt der "Nod-Süd-Fahrt" viele Jahe vom Strom der Käufer und Passanten abgeschnitten.

Die Söhne Elmar und Ansgar besuchten bis 1952 in Bonn die Schule. Weil seiner Zeit der Besuch der Schule noch Geld kostete, ging der Ältere auf das Beethovengymnasium, während für den Jüngeren die Realschule möglich war.

Elmar Fomme studierte Theologie, trat in den Zisterzieserorden ein, für den er 20 Jahre in Brasilien tätig war. Nach der Rückkehr in sein Heimatkloster Himmerod in der Eifel, wurde er dort zum Abt gewählt. Dieses Amt bekleidet er noch heute.

Der Sohn Ansgar absolvierte in der renommierten Kondtorei Bublitz in Köln-Braunsfeld ( heute Cafe Bonnen ) eine Konditorlehre. Die anschließenden Gesellenjahre führten ihn in die führenden Konditorei-Betriebe nach Baden-Baden, Zürich, London und München, wo er 1964 seine Meisterprüfung ablegte.

Im Jahre 1966 übernahm Ansgar Fromme, zusammen mit seiner Frau Liane, den Betrieb seiner Eltern. Damit verbunden war der Wiederaufbau des Hauses. Mit unermüdlichem Fleiß und einer mächtigen Portion Ehrgeiz, sowie den international gesammelten beruflichen Kenntnissen, reifte in Köln unter großer Konkurrenz das Unternehmen zu einer allseits anerkannten Reputation heran.

Dabei half in erster Linie die gemeinsam von Liane und Ansgar Fromme erarbeitete Philosophie, die bis heute lautet: alle Produkte tagesfrisch herstellen, mit den bestmöglichen Rohstoffen, keine fertigen Backmischungen, keine künstlichen Aromen, nicht einfrieren.

Im Jahre 1986 kaufte die Familie das Cafe Jansen nahe der Hohestr, um es 10 Jahre erfolgreich zu führen. 1987 wurde in der "Neumarkt Passage" ein weiterer moderner Betrieb eröffnet.

Als im Jahre 1996 die Möglichkeit bestand, das Grundstück Breite Str. 126 zu erwerben, beschloß man, die Kräfte zu bündeln und nunmehr auf einer ansehnlichen Fläche einen neuen, größeren Betrieb zu errichten.

Mit einer großen Portion Mut und einer ebenso großen Investition konnte das Unternehmen zu seiner heutigen Position geführt werden. Nunmehr wird das Unternehmen durch die Söhne Stephan Fromme und Konditormeister Gregor Fromme in 4. Generation erfolgreich weiter geführt.

Quelle: cafe-fromme.de