Ernst Ochse Kaffee-Import und Rösterei im Großbetrieb

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Ernst Ochse

Kaffee-Import und

Rösterei im Großbetrieb

Gegründet 1. Oktober 1870
Marke ???
Unternehmenssitz Halle (Saale),

Leipziger Strasse 97

Status inaktiv

Ernst Ochse (Ernst Ochse d.Ä.) wurde in Wiedemar (zwischen Halle und Delitzsch) als drittes von sieben Kindern des Bauern Johann Friedrich Ochse und dessen Ehefrau Dorothe Elisabeth (geb. Müller, verw. Reiche) geboren (um 1845). Er gründete am 1. Oktober 1870 ein Kolonialwarengeschäft mit Kaffee-Rösterei in Halle/Saale, Leipziger Straße 95. Sein Bruder Friedrich Ochse war Großhandelskaufmann in Halle/Saale, handelte ebenfalls mit Kaffee und besaß Am Sandberg eine Niederlassung. Der Name der Ehefrau von Ernst Ochse d.Ä. ist leider nicht bekannt.

Ernst Ochse hatte einen gleichnamigen Sohn (Ernst Ochse d.J.), der nach dem Tod des Vaters das Geschäft übernahm. Er heiratete Mia oder Mieze (Schreibweise auch "Mize") Baumann, die einzige Tochter eines Juweliers aus Halle. Ihr Vater hatte nach dem 1. Weltkrieg zu günstigen Preisen Feld gekauft und dieses später teuer als Bauland verkaufen können (in Halle an der heutigen Magdeburger Straße). So brachte Mieze Baumann 250.000 Mark in die Ehe ein, was dem Geschäft einen beachtlichen Aufschwung brachte.

Die Ehe von Ernst und Mieze blieb kinderlos. Zunächst wollten beide aus der Wiedemarer Familie des Cousins Carl Edwin Ochse den Sohn Martin Erich als Kind annehmen. Jedoch hatten sie sich anders entschieden und einen anderen, Karl Ernst (vermutlich aus der Familie Baumann), adoptiert. Der angenommene Sohn ist im 2. Weltkrieg in der Schlacht um Moskau bei Kalinin gefallen. Ernst hat sich mit seinem Cousin Carl Edwin stets gut verstanden. Ernst ist daher gern und oft ins Stammgut nach Wiedemar gekommen.

Auf Anraten seines Onkels Ernst hatte Erich um 1930 Kaufmann in Delitzsch gelernt. Nach der Lehre ist Erich in Ernsts Geschäft in Halle eingetreten. Jedoch hat ein Teilhaber des Geschäfts, ein Herr Weilepp, das Leben für Erich dort unerträglich gemacht. Daraufhin verließ Erich das Geschäft und ging zur kasernierten Polizei.

Um 1925 glaubte Ernst genug Geld zu haben und mietete sich gemeinsam mit Mieze in Dresden auf dem Weißen Hirsch eine Villa. Die armen Verwandten in Wiedemar hatten ja so viele Kinder, und Edwins Tochter Hilda musste mit nach Dresden als Hausgehilfin. In der Zwischenzeit versuchte der Teilhaber, den guten Onkel Ernst ganz aus dem Geschäft in Halle zu drängen. Um dies zu verhindern, kehrten Ernst und Mieze schnell wieder nach Halle zurück.

Später wurde der Ernst krank, und aus Wiedemar sollte die Tochter Lisbeth sofort nach Halle kommen, um ihn zu pflegen. Lisbeth hat die Zeit in Halle genossen, denn das Stadtleben eröffnten dem noch jungen Mädel viele Möglichkeiten. Sie erhielt von Tante Mieze neue Kleider und konnte gelegentlich ins Kino gehen. Es gab auch vage Versprechungen bezüglich eines Erbes. Ernst starb bald, aber die Hoffung Clara Hedwigs (Edwins Frau), ihre Tochter Lisbeth würde etwas zu erben, ging nicht auf.

Das Geschäft in Halle ist nach 1949 ein so genannter HO-Laden (Handelsorganisation, ein Lebensmittelgeschäft einer speziellen Ladenkette) geworden. Später ist das Haus, welches ein schöner Bau aus der Gründerzeit vor der Jahrundertwende war und bereits von Ernst Ochse d.Ä. erbaut wurde, wegen angeblicher Baufälligkeit abgerissen worden.

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Benutzer: Ohser, Joachim

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