Fa. Illy Caffè
Aus Kaffeetraditionsverein
| Illycaffè | |
|---|---|
| Gegründet | 1933 |
| Marke | Illy Kaffee |
| Unternehmenssitz | Triest |
| Slogan | ??? |
| Status | aktiv |
[bearbeiten] Geschichte
Illy wurde als Kaffee- und Kakaohandel 1933 von Francesco Illy gegründet, der als Soldat der österreichisch-ungarischen Armee im Ersten Weltkrieg nach Triest gekommen war.
1935 entwickelte er mit der Kaffeemaschine Illetta den Prototypen der automatischen Espressomaschine, die den benötigten Wasserdruck erstmals nicht mittels Dampf, sondern durch Druckluft erzeugt.
Eine weitere wichtige Erfindung war die Versiegelung der Kaffeebohnen in Dosen mit Hilfe von Edelgas. Diese Frischhaltemethode wird bis heute bei Illy verwendet.
In den fünfziger Jahren übernahm Francescos Sohn Ernesto Illy das Geschäft.
Als Chemiker interessiert er sich vor allem aus wissenschaftlicher Sicht für die Kaffeebohnen. In firmeneigenen Forschungslabors geht er den physikalischen Prozessen beim Kaffeerösten auf den Grund und sucht das Aromaprofil des idealen Kaffees.
Denn Espresso ist im Verständnis von Ernesto Illy alles andere als ein einfaches Getränk, sondern ein Gemisch aus 1.500 verschiedenen chemischen Substanzen.
Die typische leichte Säure des Illy-Kaffees etwa entsteht durch Aromen exotischer Früchte wie Kardamom, Nüssen und sanften Holznoten. Und die ausschließliche Verwendung von Arabica-Bohnen bringt den leichten Kakaogeschmack mit sich.
Der hohe Preis für Illy Kaffee hat vor allem zwei Gründe: Einerseits der politisch korrekte Weg der Kaffeebohnen in die westlichen Espressotassen. Denn als einzige große Kaffeerösterei kauft Illy seine Bohnen nicht auf den internationalen Rohkaffeemärkten, sondern direkt im Anbaugebiet, meist in Brasilien. Den Kaffeebauern zahlt der Röster einen festen Preis, der mindestens 30 Prozent über dem stark schwankenden Weltmarktkurs liegt. Auf der Suche nach den besten Kaffeesorten veranstaltet Illy regelrechte Wettbewerbe vor Ort und belohnt den Sieger mit langfristigen Abnahmeverträgen. In São Paulo gründete Illy im Jahr 2000 sogar eine Kaffee-Universität, um den brasilianischen Bauern Know-how beispielsweise über Bewässerungssysteme zu vermitteln. Ergebnis dieser Investition: Brasilien baut immer mehr hochwertigen Kaffee an und steigert seine Produktion von Jahr zu Jahr. Drei Viertel der 40 Millionen Sack Kaffee werden inzwischen allein von der besonders teuren Arabica-Sorte verkauft.
Als anderer Grund für den hohen Preis von Illy-Kaffee gelten die aufwändigen Qualitätskontrollen. Vom Einkauf der Bohnen bis zur Abfüllen der Bohnen oder des Espressopulvers durchläuft jedes Produkt exakt 114 verschiedene Prüfstationen. Angefangen beim Aussortieren der minderwertigen Bohnen mit einer eigens dafür entwickelten Maschine, die pro Sekunde 5.000 Kaffeebohnen dreht und wendet. Derweil untersuchen Illy-Mitarbeitern in weißen Kitteln die Bohnen unter dem Mikroskop auf Pilz- oder Schimmelbefall. Nach der Röstung wird nochmals nach Größe und Farbe aussortiert. Erst dann kommen Bohnen oder Pulver in die markanten silbernen Dosen mit dem viereckigen roten Illy-Logo.
Über 600 Mitarbeiter sind bei Illy beschäftigt. Seit Andrea Illy – der Enkel des Gründers und ebenfalls Chemiker und Tüftler – die Firmenleitung übernommen hat, hat sich der Umsatz des Unternehmens verdoppelt.
2004 wurde der 40-Jährige zum Unternehmer des Jahres in Italien gekürt, der sich seitdem vor Einladungen zu Kongressen und Angeboten für Ehrenposten kaum retten kann. Vor allem die ansonsten schwer gebeutelten italienischen Familienunternehmen erhoffen sich ein Patentrezept von Andrea Illy, wie er in Zeiten von "Geiz ist geil" ein halbes Pfund Kaffee für acht Euro verkaufen kann.
Vor ihm leitete sein älterer Bruder Riccardo Illy die Geschäfte von Illy, ging jedoch 1993 in die Politik: Zunächst war er Bürgermeister von Triest, inzwischen ist er Präsident der Region Friaul Julisch-Venetien. Der älteste Bruder Francesco Illy betreute früher den Schweizer Markt, wo Illy Caffè aus Markenschutzgründen unter dem Namen Amici verkauft wird und baut heute Wein an.
Schwester Anna ist Beraterin bei Illy, Mutter Anna sitzt im Verwaltungsrat und Vater Ernesto, inzwischen über 80 Jahre alt, ist Ehrenpräsident der Firma. Ein italienisches Familienunternehmen wie aus dem Bilderbuch.Auch das wissen neben dem Aufwand um jede Kaffeebohne viele Kunden zu schätzen. Andere halten Illy-Espresso einfach geschmacklich für das Nonplusultra.
2008 Illy Caffè gündet zusammen mit Coca-Cola ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) namens Ilko Coffee International, mit Sitz in Mailand.
[bearbeiten] Wissenswertes
Illys Anteil am gesamten deutschen Kaffeemarkt beläuft sich auf immerhin fünf Prozent, allerdings bei kräftig steigender Tendenz – dank des anhaltenden Espressobooms in der Filterkaffeenation.
