Kaffeerösterei August Münchhausen
Aus Kaffeetraditionsverein
| Kaffeerösterei Münchhausen | |
|---|---|
| Gegründet | 1935 |
| Marke | Münchhausen Kaffee |
| Unternehmenssitz | Bremen
Geeren 24 |
| Slogan | ??? |
| Status | aktiv |
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Geschichte
1935 gründete August Münchhausen (1911 - 2003) ein Kaffeeversandgeschäft in Bremen.
1938 konnte er das jetzige Stammhaus Geeren 24 kaufen und erwarb auch gleichzeitig eine eigene Röstanlage. Doch die Freude am selbst gerösteten Kaffee sollte nicht lange währen, bei Kriegsausbruch 1939 mussten alle Bestände an Tee und Kaffee abgegeben werden. Um die kostbare Röstmaschine vor Schäden zu bewahren, wurde sie nach Twistringen in der Nähe von Bremen ausgelagert – eine weise Entscheidung, denn 1944 wurde das Haus am Geeren 24 völlig zerstört. Im Gegensatz zu vielen anderen Häusern in dem Stadtteil wurde das Stammhaus der Rösterei Münchhausen aber an 1946 aufgebaut und der Röstbetrieb wieder aufgenommen.
1951 verzeichnet das Röstbuch den Rohkaffeebezug aus Kaffee aus Kenia, Costa Rica, Guatemala, Kolumbien und Brasilien. Später kommt Tansania (Tanganjika) und Indonesien mit Java und Timor hinzu.
Ab 1952 zusätzlich Ecuador und Kamerun.
Heute wird das Geschäft von seiner Tochter und seiner Enkelin weitergeführt.
[bearbeiten] Wissenswertes
1958 verguckte sich August Münchhausen auf der Hannover Messe in einen Gothot-Röster Ideal Rapid (siehe auch Ferdinand Gothot Maschinenfabrik GmbH) und kauft ihn von der Messe weg. Diese 50-Kilo-Röstmaschine ist auch heute noch Herzstück der Rösterei.
Münchhausen übernahm Anfang der 1960er Jahre die kleinen Bremer Kaffeeröstereien Friedrich Ahldag, Lorentz Kaffee und J.F.G. Kadelbach Nfg. mit ihrem Kundenstamm.
[bearbeiten] Kaffeeautomat „Piccolo“
Fünf Gramm frisch gemahlenen Kaffee gab ein Automat frei, den August Münchhausen 1950 entwickeln ließ. Diese „Kleinkantine Piccolo“ wurde kostenlos in Bahnhöfen, Postämtern sowie Fabrik- und Firmenkantinen aufgestellt und von Vertretern täglich betreut. Nach Einwurf eines Groschen fiel genug Kaffee für eine Tasse des Heißgetränks in das nun von Hand zu betätigende Mahlwerk. Für das heiße Wasser wurde bei Bedarf kostenlos ein Warmwasserbereiter geliefert. Bis Ende der 1950er Jahre wurden ca. 1000 Automaten aufgestellt, an deren Stelle Anfang der 1960er Jahre die modernen Heißgetränkautomaten traten und Münchhausen sich aus diesem Geschäft zurückzog – löslicher Kaffee war nicht seine Sache.
