Kaiser's Kaffee-Geschäft

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Kaiser's Kaffee Geschäft

Kaisers 1.jpg

Gegründet

1880

Marken

Kaiser's Kaffee,

Kaiser`s Malz-Kaffee

Unternehmenssitz

Viersen,

Berlin, Brunsbüttler Damm 132/142 (Rösterei mit Silos),

Fabriken in: Viersen, Dülken, Spandau, Breslau, Heilbronn, Basel

Status

Ehemaliges Unternehmen


Geschichte

Ab 1880 betrieb der Webersohn Josef Kaiser im väterlichen (Hermann Kaiser) Kolonialwarenladen einen kleinen Röstbetrieb, der mit der Gründung einer ersten Geschäftsfiliale 1885 in Duisburg expandierte. Den Filialbetrieb in Duisburg leitete sein älterer Bruder August Kaiser.

Geschäfte in Essen und Bochum folgten in der begründeten Hoffnung, dass die gutverdienenden Arbeiter der Montanindustrie imstande wären, sich importierten Bohnenkaffee zu leisten.

Der erste Laden in Viersen


Bis 1889 hatte Josef Kaiser (1862 ? 1950) im Ruhrgebiet bereits 8 Zweiggeschäfte eröffnet.

Als zweiter begann dann in Dülken der Bruder Josef Kaisers, Hermann Kaiser und Jakob Tummer mit dem Betriebe einer Kaffeerösterei, und zwar ebenfalls an der Bahnlinie Venlo-Viersen und der Süchtelner Straße. Lager- und Röstereigebäude, Versand- und Sortiergebäude sowie ein Kessel- und Maschinenhaus entstanden auf U-förmigem Grundriss parallel an der Bahnlinie. Die Dampf-Kaffee-Rösterei Hermann Kaiser versorgte 1897 bereits 100 Filialen und 1898 sogar 250 Filialen.

1897 wurde eine Zweigrösterei in Berlin errichtet inklusive 5 Berliner Filialen.

Ab 1899 hieß man nur noch 'Kaiser's Kaffee-Geschäft' GmbH, mit Zweigröstereien für Kaffee in Berlin, Heilbronn und Breslau. Diese verarbeiteten nun neben Viersen die in eigener Regie importierten Kaffeebohnen. Die Fa. war Teilhaber von Plantagen, unterhielt ein ständiges Lager in Zoll-/Freihäfen und betrieb 1.000 Filialen in Eigenregie.


1904Josef Kaiser ließ sich für seine Geschäfte ein Markenzeichen entwickeln: Die lachende Kaffeekanne, ein Entwurf von Paul Böhm, Berlin, wurde beim Deutschen Patentamt in München angemeldet. Quelle: zeit.de/1979

Beide Inhaber der Dülkener Firma starben nach wenigen Betriebsjahren und zum 1. Juni 1906 ging die Rösterei an Kaiser's Kaffee-Geschäft, Viersen, über. Diese wandelte die Rösterei in eine Malzkaffeefabrik um, die sie bis etwa 1944 betrieb.

Ab Ende des Krieges diente der Komplex zu Lagerzwecken. Er war seit 1906 im Wesentlichen nur durch den Bau eines Mälzereikellers und des markanten, bis zur Traufe ca. 21 m hohen Siloturmes vergrößert worden, der an den Winkel von Lager- und Röstereigebäude gesetzt wurde.

Dass der Dülkener Betrieb von Hermann Kaiser auch wirtschaftlich mit dem Unternehmen Josef Kaisers verzahnt war, geht aus folgender Bemerkung hervor: "Dieser Produktionszweig wurde später noch beträchtlich ausgebaut, besonders seit der Übernahme der Kaffeerösterei Hermann Kaiser u. Co. in Dülken, die sich in Verwandtenbesitz befand, aber durch Lieferungsverträge mit dem Stammunternehmen verbunden war. (W. Peiner, Zur Vollendung des 75. Lebensjahres von Josef Kaiser, Kommerzienrat, Düsseldorf, 1937, S. 52).


1910 Kaiser's Kaffee nennt sich Europas größter Kaffee-Rösterei-Betrieb

(Ausbruch 1. Weltkriegs) besteht das Unternehmen aus 1.370 Zweiggeschäften, mit ca. 4000 Mitarbeitern, eigenen Kaffee-Großröstereien, Kaffee-Ersatzfabriken, Weinkellereien und einer Süßwarenfabrik.

1914 wurde Die lachende Kaffeekanne von Professor Peter Behrens in Berlin dem Zeitgeschmack angepaßt. Quelle: zeit.de/1979

1917 waren bereits ca. 270 Geschäfte geschlossen oder zerstört wurden

1939 besteht das Unternehmen aus 1.9000 Zweiggeschäften, mit ca. 10.000 Mitarbeitern, eigenen Kaffee-Großröstereien, Kaffee-Ersatzfabriken, Weinkellereien, einer Süßwarenfabrik und einer Konservenfabrik.

(Nach Kriegsende) 916 Zweiggeschäfte (BRD) und Zweigniederlassungen in Hamburg, Heilbronn, Berlin und Dülken.

1950 70jähriges Jubiläum von Kaiser´s Kaffee Geschäft.

1952 wurde der erste Kaiser`s Selbstbedienungsladen eröffnet.

1960 besaß die Firma an ihren 956 Filialen schon einen Anteil von 68 % Selbstbedienungsläden

1962 Umwandlung in einer Aktiengesellschaft

1962 wurde in Neuss der erste Kaiser`s Drugstore eröffnet, mit einem reichhaltigen Angebot an Drogerieartikeln.



1971 Übernahme durch den alten Rivalen Tengelmann aus Mülheim an der Ruhr.

Die Kaiser`s Kaffee-Geschäft AG konnte im Geschäftsjahr 1973/1974 (30. Juni) das Betriebsergebnis ungefähr in Höhe des Filialumsatzes steigern. In den 460 Filialen (i. V. 431) mit 149.780 (134.209) qm Verkaufsfläche wurden 1,17 Mrd. DM umgesetzt.

Am 1. Oktober 1980 konnte die Firma Kaiser`s Kaffee-Geschäft aus Viersen ihr 100jähriges Firmenjubiläum feiern.

Anfang der 1990er Jahre baute die Kaiser's Kaffee Geschäft AG durch die Übernahme von Filialen der DDR-Kette HO ihr Filialnetz in Ostdeutschland auf.

1992 wurden die Schade und Füllgrabe Supermärkte von der zerschlagenen co op AG übernommen.

1996 strukturierte die Unternehmensgruppe Tengelmann ihre Supermarktsparten um: Bis dahin waren Kaiser's und Tengelmann mit jeweils eigenem Marktauftritt in ganz Deutschland vertreten, nun sollte die Kaiser's Kaffee Geschäft AG nur noch im Norden Deutschlands aktiv sein.

2001 erfolgte die Verschmelzung der Kaiser's Kaffee Geschäft AG, Viersen und der Emil Tengelmann GmbH, Heilbronn, zur Kaiser's Tengelmann AG auch rechtlich.


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