Moritz Steffen Kaffeerösterei

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Moritz Steffen (1800 - 1871) weitete den Handel mit Lebensmittel beträchtlich aus und betrieb seit 1831 erfolgreich den Handel mit Kaffee, der seitdem eine Spezialität des Familienunternehmens blieb.

Moritz Steffen Kaffeerösterei

Steffen.jpg

Gegründet

1831

Marke

Steffen Kaffee

Unternehmenssitz

Bochum

Slogan

???

Status

aktiv


Geschichte

In dem kleinen Laden an der Wilhelmstrasse röstete Mutter Christine Steffen selbst den Kaffee im Schaufenster, die- wenn sie in Betrieb war, immer Neugierige anzog und den Kaffeeduft verbreitete. Damals kauften die Hausfrauen den Rohkaffee, der am häuslichen Herd eher primitiv in einem eisernen Topf geröstet wurde.

Sohn Moritz II.(1830 - 1910) entwickelte das Kaffeegeschäft. Man lobte seine gute Nase für den damals zeitweise risikobehafteten Handel mit diesem exotischen Produkt.

Sein Sohn Moritz III. (1871 - 1937), baute 1903 gemeinsam mit seinem Bruder und Partner Eduard ein Betriebsgebäude für die erweiterte Rösterei und deren Bedarf an größere Lagermöglichkeiten. Nach dem Tode des Vaters (1910) und des Bruders (1911) wurde die tüchtige Ehefrau Moritz´ III Christine, geb. Knühl-Fiege, seine unentbehrliche Mitarbeiterin, die überall im Unternehmen mit großem Geschick tatkräftig anfasste und weitgehend Verantwortung mittrug. Indessen wuchs auch die Familie. Frau Christine schenkte elf Kindern das Leben und war ihnen allen eine wahrhaft vorbildliche Mutter- die dennoch nicht die Pflichten versäumen mochte, die ihre Aufgabe an der Seite ihres Mannes in der Leitung des Familienunternehmens mit sich brachten. Sie hatte viele Jahre hindurch hervorragenden Anteil an der Entwicklung und Profilierung des Einzelhandelszweiges, der neben dem Großhandel ansehnliche Bedeutung gewann.

Als ihr Gatte 1937 starb, übernahm sie ohne Aufheben die Leitung des Familienunternehmens. Ihr Sohn Moritz (1908 - 2002), der die Kaufmannschaft gründlich erlernt hatte, stand ihr tatkräftig zur Seite. In den Kriegsjahren nach 1939, die ja auch die vollständige Zerstörung des Familien- und Firmensitzes brachten, blieb Mutter Christine tapfer auf ihrem Posten. Oft ganz auf sich gestellt, war sich der großen Verantwortung bewusst, dass die Geschicke der Familie und des Unternehmens in ihren Händen lag. Nach Kriegsende 1945 übergab sie das Steuer an ihren Sohn Moritz. Sie blieb aber bis ins hohe Alter von rund 80 Jahren tätig. Sie starb 1964.

Mit großer Hochachtung erinnern sich heute noch Stammkunden gern und dankbar der immer freundlichen, hilfsbereiten, liebenswerten Chefin des Hauses Steffen.

Der nächsten Generation, vor allem Moritz IV, fiel die schier hoffnungslose Aufgabe des Wiederaufbaus nach der fast restlosen Zerstörung des Betriebes und der Wohnbauten zu- eine jener vielen persönlichen Opfer fordernden Leistungen, die das mit bewirkten, was man in der Welt als das deutsche Wirtschaftswunder bestaunte. Es galt zuerst aus der verbliebenen kümmerlichen Bausubstanz zu retten und zu verwerten, was noch taugte, um Notquartiere und behelfsmäßige Arbeits- und Verkaufsräume zu schaffen, Baustoffe, Einrichtungen und Geräte zu organisieren, in der abenteuerlichsten Weise die Geschäftsverbindungen wieder anzuknüpfen und die so begehrten und höllisch verknappten Waren hereinzuholen. Nachdem die erste schwere Zeit des Warenhungers vorbei war, der Boom des Nachholbedarfs verebbte, traten auch schon bald tief greifende Strukturveränderungen ein, auf die auch ein mittelständisches Familienunternehmen reagieren musste, wenn es nicht rettungslos verdrängt werden wollte.

Die Steffen sind in allen Generationen solche Notwendigkeiten kurzentschlossen angegangen. So wunderte man sich nicht, dass z.B. schon 1950 mit "Steffen Neuem Laden" der erste, im Prinzip schon weitgehende perfekte Selbstbedienungsladen in Bochum in Betrieb kam- wie andererseits das Unternehmen später auf eine gründliche Wandlung in der Sortimentsgestaltung und im Angebotsstil reagierte. Mit Hanno Steffen (geb. 1951), dem jüngsten Sohn von Moritz IV, ist in direkter Folge die 8. Generation seit 1978 ins Geschäft eingetreten. Seit 1980 unterstützt ihn dabei seine Frau Jutta. Mit neuen Ideen wurde der Laden 1983 umgestaltet und mit einem Bistro neue Kundenschichten erschlossen. 1991 folgte ein erneuter, radikaler Umbau. Das Bistro wurde erweitert, die Bedienungstheken vergrößert und optimiert, damit man den ständig steigenden Kundenstrom bedienen konnte.

Im Jahre 2002 entschloss man sich, das Feinkostgeschäft zu schließen. Verändertes Kaufverhalten und lange Baustellenzeiten in der Stadt waren unter Anderem Gründe für diesen Entschluss. Die Familie konzentrierte sich nun auf das Kaffee- und Teegeschäft in der Grabenstrasse 40, direkt unter der Kaffeerösterei.

Im Jahre 2006 besteht die Kaffeerösterei seit 175 Jahren.


Wissenswertes

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