Willy Hagen Kaffeerösterei

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Willy Hagen

Kaffeerösterei

Datei:Hagen 1.jpg

Gegründet

1934

Marke

Hagen Kaffee

Unternehmenssitz

Heilbronn

Status

aktiv


Geschichte

1934 gründete der Kaufmann Willy Hagen seine gleichnamige Firma in Heilbronn.

Während des Zweiten Weltkriegs (1939 bis 1945) traf es Willy Hagen hart. Bomben zerstörten zwei Mal die Standorte Frankfurterstraße und Weinsberger Straße.

1945 Nach dem Krieg und der Zerstörung Heilbronns wurde der Betrieb in der Goppelstraße, im Haus einer Tante, wieder aufgenommen. Willy Hagen musste von vorne anfangen.

1949 begann er an der Paul-Goebel-Straße mit dem Neuaufbau seiner Firma. Der neue Standort belieferte sowohl Kolonialwarenläden und Bäckereien als auch gastronomische Betriebe.

In der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland begann in der 50er Jahren die Zeit des Wirtschaftswunders. Dabei zeigte sich aber bald, dass mit dem wirtschaftlichen Aufschwung bundesweit agierende Konkurrenz auf den Markt drängte.

Kaffeeröstereien wie ?Jacobskaffee? und andere brachten für die Firma Willy Hagen Absatzschwierigkeiten in der Region. Hinzu kamen in den 60er Jahren Filialisten wie ?Tchibo? oder ?Eduscho?, die mit einem anderen Verkaufskonzept zu einer übermächtigen Konkurrenz heranwuchsen.

Für Willy Hagen bedeutete dies eine Neuausrichtung der Firmenstrategie. Angesichts des Aussterbens des typischen ?Tante Emma Ladens? verließ die Firma den Sektor Einzelhandel und startete mit der Belieferung von gastronomischen Betrieben wie Café-Konditoreien, Hotellerie, Kantinen oder Sanatorien. Und das äußerst erfolgreich! Vor allem aber beging Willy Hagen nicht den Fehler, seine Kaffeerösterei aufzugeben. Er blieb immer autark und autonom im Verarbeiten seines Produktes Kaffee.

Die 70er Jahre verliefen wechselhaft - auch was den Preis von Rohkaffee betraf. So musste 1977 für 1 kg Rohkaffee bis zu 16 DM und mehr bezahlt werden. Eine kaufmännisch sinnvolle Kalkulation erschien unmöglich. Willy Hagen musste harte Zeiten überstehen. Für einen regionalen Kleinbetrieb war es schwer, sich gegenüber Großfirmen, bestimmt durch das Kapital, zu behaupten. Doch Willy Hagen blieb seiner Linie treu und setzte immer auf beste Qualität.

Dies zahlte sich in den 80er und 90er Jahren aus: Die hohe Qualität der Kaffee-Produkte und die kundenfreundlichen Dienstleistungen brachten immer mehr Erfolge im gastronomischen Sektor.

1985 wurde das erste Einzelhandelsgeschäft für Kaffee und Tee in der Goppeltstraße im alten Industriegebiet Heilbronn gegründet.

1989 starb Willy Hagen im Alter von 86 Jahren. Seinem Sohn und Nachfolger Hanspeter Hagen hinterließ der Seniorchef ein für die Zukunft bestens gerüstetes Unternehmen.

1994 Umzug in die ehemalige Schuhmaschinenfabrik an der Bahnlinie, Christophstraße. Hanspeter Hagen hatte dort die ehemaligen Fabrikgebäude der Maier-Remshardtschen-Schuhmaschinenfabrik gekauft, um auf einer Fläche von ca. 800 m² Rösterei, Einzelhandel, Großhandel und Kaffeehaus zu vereinen.

Skeptiker erklärten Hanspeter Hagen schlichtweg für verrückt, in einer verrufenen Gegend wie den ?Heilbronner Bronx? einen weiteren Neubeginn zu wagen. Die Gebäude waren völlig verfallen und die Drogenszene ging ein und aus. Aber gerade hier die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse zu verbessern waren Herausforderung und Wunsch zugleich von Hanspeter Hagen.

Zudem hatte das 1909 erbaute Fabrikgebäude den Charakter einer ?Loft? im roten und weißen Backsteinbau.

Das Risiko hat sich gelohnt. Bereits 2002 wurde die Gesamtfläche durch Erweiterung und Anbau um nochmals 700 m² auf jetzt 1500 m2 vergrößert.

Ein besonderes Schmuckstück ist die 350 m2 große Dachterrasse, auf der man seinen Kaffee oder Tee in stimmungsvoller Umgebung genießen kann.

2009 75. Geburtstag der Kaffeerösterei Willy Hagen GmbH.

Seit dem Tod von Willy Hagen im Jahr 1989 ist Hanspeter Hagen hauptverantwortlicher geschäftsführender Gesellschafter zusammen mit seiner Mutter Ella Hagen. Seine Frau Sibylle Mösse-Hagen und Michael Day, beide Prokuristen, sowie sein Sohn Maximilian Hagen (Kaufmann im Groß- und Außenhandel) gehören bereits zum erweiterten Kreis der Geschäftsleitung. Seine Tochter Antonia Hagen, Studentin der Volkswirtschaft, bereitet sich ebenfalls auf die Mitarbeit im Unternehmen vor.


Wissenswertes

2006Hanspeter Hagen ist Gründungsmitglied der Deutsche Röstergilde e.V.


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