"GEPAG" Großeinkaufs- und Produktions-Aktiengesellschaft deutscher Konsumvereine

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Gepag Flagge 1932.jpg

Gegründet

1912 / 1923

Rösterei ab

1915

Marke

GEPAG

Warenzeichen

GEPAG-Flagge

Firmenmensitz

Köln

Slogan

???

Status

ehemaliges Unternehmen

Kaffee-Großrösterei der Gepag in Köln, etwa 1926
Kaffee-Großrösterei der Gepag in Köln, etwa 1926

Die "GEPAG" Großeinkaufs- und Produktions-Aktiengesellschaft deutscher Konsumvereine war aus der Großeinkaufs-Zentrale deutscher Konsumvereine GmbH (GEZ) hervorgegangen. Sie gehörte zur Konsumgenossenschaftsbewegung der Kölner Richtung, die eine Säule der christlichen Arbeiterbewegung in Westdeutschland war.

Die GEZ war auf Grund eines Beschlusses auf dem Genossenschaftstag des Verbandes westdeutscher Konsumvereine in Düsseldorf am 10. März 1912 gegründet worden. Zum Geschäftsführer wurde Peter Schlack, später ein profilierter ZENTRUMS-Politiker, gewählt. Der Betrieb wurde am 1. Juli 1912 in Köln aufgenommen. Als Nachfolgegesellschaft wurde am 1. Oktober 1923 die GEPAG ins Handelsregister eingetragen.

Die Geschäftsleitung der Gepag bestand ab dem Jahr 1922 aus Peter Schlack, Fritz Klein und Hans Bannemer. 1925 wurde Alfred Pockrandt dazu gewählt. Diese Geschäftleitung blieb bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten und der anschließenden Gleichschaltung im Jahr 1933 im Amt. Am 19. Mai 1933 wurde Peter Schlack entlassen, am 5. Juli folgten Klein und Pockrandt. Über den Verbleib von Bannemer wird nichts mit Datum berichtet.

Die Kaffeerösterei bestand seit 1915.

Die Gepag-Kaffeerösterei war anfangs ein kleiner Betrieb. Im ersten Reichsmarkjahr 1924 erzielte sie einen Umsatz von 360.000 RM. 1931 war die Kaffee-Großrösterei ein wichter Eigenproduktionsbetrieb. Er stand vom Umsatz an dritter Stelle der GEPAG-Betriebe. Die Fleischwarenfabrik in Verl erzielte einen Umsatz von 5,5 Millionen Mark, die Waschmittelfabrik in Essen 2 Millionen Mark und die Kaffee-Großrösterei 1,3 Millionen Mark Umsatz zu Einkaufspreisen der Genossenschaften. Insgesamt betrug der Wert der GEPAG-Eigenproduktion 10 Millionen Mark.

Das geschützte Warenzeichen der GEPAG für ihre Eigenpackungen war das Wort GEPAG mit der Flagge, die sog. GEPAG-Flagge. Sie sollte für Güte und Preiswürdigkeit stehen. Die Initiative zur Einführung der Eigenmarke mit der Gepag-Flagge kam von Fritz Klein.

Im Mai 1933 ist die GEPAG im Zuge der Gleichschaltung der Konsumgenossenschaftsbewegung in der Hamburger, ehemals sozialistischen GEG aufgegangen.

Die GEG wurde formal am 14. August 1933 zum Reichsbund der deutschen Verbrauchergenossenschaften GmbH (GEG) umstrukturiert und umfirmiert. Nach dem Erlass des Gesetzes vom 31. Mai 1935 für den Reichsbund (GEG) wurde die Unternehmensstruktur wieder umorganisiert. Die Firma wurde abermals geändert, in Deutsche Großeinkaufs-Gesellschaft m.b.H (Deugro). Damit war im Firmennamen kein Hinweis mehr auf die genossenschaftliche Herkunft.

Zum 1. April 1941 wurde die GEG in die Deutsche Arbeitsfront eingegliedert und firmierte als Gemeinschaftswerk der Deutschen Arbeitsfront(GW).

Nach dem 2. Weltkrieg vereinigten sich die die Konsumgenossenschaften der (sozialistischen - roten) Hamburger und der Kölner (christlich-katholischen - schwarzen) Richtung der drei Westzonen und die gemeinsame Waren- und Wirtschaftszentrale wurde umfirmiert in Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Konsumgenossenschaften mbH (GEG).

Die Gepag-Flagge war das Logo der Eigenmarken-Verpackungen der Gepag
Die Gepag-Flagge war das Logo der Eigenmarken-Verpackungen der Gepag
Kaffeesortiment der GEG im Reichsbund der deutschen Verbrauchergenossenschaften, Dez. 1934, mit geg-Zeichen und R in Gepag-Flagge
Kaffeesortiment der GEG im Reichsbund der deutschen Verbrauchergenossenschaften, Dez. 1934, mit geg-Zeichen und R in Gepag-Flagge

Literatur

  • Fritz Klein: Selbsthilfe aus christlicher Verantwortung, Kommunal-Verlag Recklinghausen, 1967, 208 Seiten
  • Fritz Klein: Unter konsumgenossenschaftlicher Flagge, erschienen in: Verbrauchergenossenschaftliche Bücherei, Nr. 12, Herausgegeben vom Reichsverband deutscher Konsumvereine. Verlag: "Gepag", Großeinkaufs- und Produktions-Aktiengesellschaft deutscher Konsumvereine, Köln 1927, 127 Seiten
  • Wilhelm Fischer: 60 Jahre geg. 60 Jahre Dienst am Verbraucher. 1894 - 1954. Festschrift Hamburg 1954. 362 Seiten.
  • Erwin Hasselmann: Geschichte der deutschen Konsumgenossenschaften. Fritz Knapp Verlag, Frankfurt am Main 1971, 740 Seiten.