Finkener Kaffeerösterei

Aus Kaffeetraditionsverein
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Lengerich - Der ganz besondere Duft ist untrügliches Zeichen: Gerd röstet wieder. Finkener-Kaffee. Das hat Tradition. Seit 75-Jahren. ?Mein Großvater ist damit angefangen?, erzählt Gerd Schwietert. Und erwähnt ein weiteres Datum: Am 16. Dezember 1654 wurde das Stammhaus Finkener gegründet. Also vor 356 Jahren. In wenigen Wochen ist Schluss, denn Schwieterts geben zum 31. Januar 2011 den Getränkehandel auf.

?Das Kaffee rösten machen wir weiter, ein Hobby bracht man als Rentner schließlich noch?, lächeln Anne und Gerd Schwietert. Die Tradition des ?Finkener-Kaffee? halten die beiden weiterhin hoch.

Finkener Kaffeerösterei

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Gegründet

1925

Marke

Finkener Kaffee

Unternehmenssitz

Lengerich

Status

aktiv


Geschichte

...


Wissenswertes

Die Firma Finkener fußt auf einer langen Handwerks-Geschichte. Gegründet 1615, widmeten sich die Inhaber zunächst der Back- und der Braukunst. Gründer war Heinrich Jakob Ernst Finkener. Der Betrieb entwickelte sich über die Generationen zum Kolonialwaren-Großhandel, in dem 1925 eine Kaffeerösterei eingerichtet wurde. Bis heute ist die Firma Finkener auf dem angestammten Grundstück in der Bahnhofstraße 6 ansässig.

Gerd Schwietert erinnert sich, dass es nach dem Krieg noch sechs Kaffeeröster in Lengerich gab. Er ist der letzte seiner Zunft, aber es ist abzusehen, dass auch Schwietert bald das Kaffeerösten einstellt. Aber, wie gesagt, noch braucht er ein Hobby, auch im Ruhestand.

Den Rohkaffee beziehen Schwieterts von einem Importeur aus Bremen. Alle drei Monate holt Gerd Schwietert die Kaffeesäcke aus dem Bremer Freihafen ab. Die Bohnen kommen aus Kenia/Afrika, aus Brasilien (Santos- und Arabica-Bohnen), Guatemala und Costa Rica. ?Die Mischung macht es?, sagt Schwietert, dessen ?Finkener? von den Kunden als besonders magenfreundlich bezeichnet wird.

Längst wird der Brenner unter der großen Rösttrommel nicht mehr täglich angefacht, dennoch ist Röstfrische garantiert. Viele Lengericher sind bei ?Finkener? Stammkunden. Sie gehen ins Kontor, wo Anne Schwietert die Bestellungen entgegennimmt. Abgefüllt wird im Keller, dort steht auch die Kaffeemühle, mit der die gute Bohne in aromatisches Kaffeepulver gemahlen und entsprechend aromasicher verpackt wird. Zu den Stammkunden zählen auch Firmen aus der Gastronomie.

Auch nach der Schließung ihres Getränkehandels wollen Anne und Gerd Schwietert ein bisheriges Angebot Beibehalten. Führungen und Schaurösten in ihrer Rösterei an.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge geben Schwieterts im kommenden Jahr am 21. Januar den Getränkefachgroßhandel auf. ?Die Jahre und Jahrzehnte, in denen wir mit den Kunden und die Kunden mit uns so manche Veränderung erlebt haben, sind dann vorbei?, sinniert Gerd Schwietert. ?Es waren für uns schöne, anstrengende, manchmal auch aufregende aber nie langweilige Jahre, in denen wir viele Menschen kennengelernt, vieles geshen und erlebt, viel gelacht und manchmal auch gestöhnt haben. Uns hat die Arbeit stets Freude gemacht und wir danken den vielen Kunden für ihre Treue?, bemerkt Anne Schwietert und freut sich schon auf den Ruhestand.

von Detlef Dowidat, Lengerich


Einzelnachweis

Detlef Dowidat: [1], aus Münsterländische Volkszeitung, 16. Dezember 2010