Kategorie:Kaffeehistorie

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Der Gebrauch des Kaffees ist sehr alt.

Wenn auch die Notiz, daß bereits um 875 n. Chr. in Persien das Kaffeetrinken Sitte gewesen sei, wahrscheinlich falsch ist, so ist es doch denkbar, daß wenigstens in Abessinien der Kaffee schon um diese Zeit bekannt gewesen ist. Ob jedoch der Kaffee schon ebenso lange als Kulturpflanze gebaut wurde, ist sehr zweifelhaft, es ist vielmehr wahrscheinlich, daß eine beträchliche Zeit hindurch nur die Samen von wildwachsenden Pflanzen benutzt wurden. Nach Arabien kam die Sitte des Kaffeetrinkens erst im 15. Jahrhundert und verbreitete sich dort, wie auch die Kaffeekultur, sehr schnell, wenngleich unter bestiger Opposition; von dort kam der Kaffee nach Ägypten, wo nach 1532 die Kaffeehäuser vom aufgehetzten Pöbel gestürmt wurden. 1517 soll der Kaffee zum erstenmal nach Konstantinopel gebracht worden sein und zwar durch Sultan Selim nach der Eroberung von Ägypten, hatte aber auch hier bis 1554 mit der heftigen Opposition von Kirche und Staat zu kämpfen.

Der Augsburger Arzt Rauwolff lernte schon 1573 den Kaffeegenuß in Aleppo kennen und berichtete 1582 darüber, weitere Nachrichten über die Wirkung des Kaffees als Arzneimittel gelangten durch Prospero Alpino 1592 nach Italien.

Das erste Kaffeehaus im Oecident wurde 1645 in Venedig errichtet; in England wurde das erste Kaffeehaus zu Oxford 1650, ein zweites in London 1652 errichtet. In Frankreich entstanden zuerst um 1659 in Marseille Kaffeehäuser, in Paris schlug ein Armenier 1672 in der Vorstadt St.Germain eine Kaffeestube auf.

Das erste eigentliche Kaffeehaus daselbst war aber das um 1689 von dem Sicilier Procopio gegründete Cafe Procope.

In Wien erhielt ein Pole 1683 das erste Privilegium zur Anlegung eines Kaffeehauses. Von Frankreich aus scheint sich der Gebrauch des Kaffees um 1670 nach Deutschland verbreitet zu haben.

1675 kannte man ihn bereits am Hofe des Großen Kurfürsten von Brandenburg. In Hamburg entstand das erste Kaffeehaus 1679, von einem englichen Kaufmann gegründet, in Regensburg1686, in Leipzig1694, in Köln vor 1706 [1], in Berlin1721.

Friedrich II., ein Gegner des Kaffees ließ Staatskaffeebrennereien errichten und machte 1781 den Kaffeehandel zum Monopol.

Die erste Anpflanzung des Kaffees in Kolonien außerhalb Afrikas und Arabiens geschah durch den Gouverneur von Niederländisch Ostindien, van Hoorn, 1690 auf Ceylon und 1696 auf Java; die dort verwendeten Pflanzen stammten aus Arabien. Von diesen Plantagen gelangten 1710 mehrere Exemplare nach Europa und wurden hier in botanische Gärten, zum Beispiel in Amsterdam kultiviert. Der ersten Anpflanzung in Java folgten bald mehrere Versuche, den Kaffee auch in andern Ländern zu kultivieren; so brachten ihn die Holländer 1718 nach Surinam, die Franzosen 1725 nach Cayenne, 1720 oder 1723 nach Martinique, 1730 nach Guadeloupe und gegen Ende des 18. Jahrhundert gehörte der Kaffee schon zu den verbreitetsten Kulturpflanzen innerhalb der Tropen.

Im 18. Jahrhundert fand der Kaffee auch Verbreitung im Kleinbürgertum und bei der ärmeren Bevölkerung ? an die Stelle der Bier-, Brot- oder Wassersuppe zum Frühstück trat später bei vielen die Kaffeesuppe. Doch als der Kaffee durch hohe Steuern, Verbote und die Kontinentalsperre Napoleons anfangs des 19. Jahrhunderts für die meisten unerreichbar wurde, schlug die große Stunde der ?Kaffeemittel? genannten Alternativen aus gebranntem Roggen, Weizen, Gerste und vor allem der Zichorienwurzel.


Einzelnachweis

[1] Archiv Köln


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