Linnenkohl Großrösterei

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Linnenkohl Großrösterei

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Gegründet

1852

Marken

???

Unternehmenssitz

Wiesbaden

Ellenbogengasse 15

Slogan

???

Status

inaktiv


Geschichte

Linnenkohl - die älteste Kaffee-Großrösterei in Wiesbaden wurde1852gegründet.

Adolph Heinrich Linnenkohl erwarb im Frühjahr 1873 das Wiesbadener Bürgerrecht und übernahm nur wenige Monate später als ältester Sohn von Georg Daniel Linnenkohl dessen Zweiggschäft in der Ellenbogengasse 15. Er firmierte hier als `A.H. Linnenkohl`. Unter diesem Namen besteht das traditionsreiche Unternehmen noch immer. Heute allerdings nicht mehr im Besitz der Familie.

Adolph Heinrich Linnenkohl warb in Geschäftsanzeigen besonders für seine `erste & älteste Wiesbadener Kaffee-Brennerei`, auf deren Ausbau er sich vor allem nach dem Tod des Vaters konzentrierte.

Der Röster holte seinen Kaffee im Zollager in Biebrich ab. In der "Probierküche" wurde ständig experimentiert, damit die Mischung stimmte.

Linnenkohl schien den Kundengeschmack besonders gut getroffen zu haben. Bald produzierte er nicht nur für Wiesbaden, sondern vertrieb seinen Kaffee in ganz Süd- und Mitteldeutschland.

Adolph Heinrich Linnenkohl starb im Alter von nur 48 Jahren. Seine Witwe führte zunächst den Betrieb allein weiter. Im Herbst 1901 übernahm der einzige Sohn Adolf Linnenkohl die Firma.

Zum 50-jährigen Firmenjubiläum schrieb der junge Unternehmer stolz: "Nach dem Umbau bin ich in der Lage, nach jeder Richtung das Vollkommenste zu leisten und mit jeder Konkurrenz in Wettbewerb zu treten." Linnenkohl verstand auch etwas von Tee: Er erwarb ein Teelager im Freihafen von Amsterdam.

Gemischt wurde nach "holländischer Methode", was als Empfehlung galt. Adolf Linnenkohls Produkte wurden international ausgezeichnet, auch national: So auf der "Haus und Herd" in Berlin oder auf der "Ersten Großen Allgemeinen Kochkunst-Ausstellung" im Wiesbadener Paulinenschlößchen im Jahr 1908.

Mit dem Ersten Weltkrieg wurden die Zeiten schwierig. Adolf Linnenkohl, zum Heeresdienst eingezogen, musste erleben, wie sein Rohkaffeelager durch die Heeresverwaltung beschlagnahmt wurde. Nach Kriegsende fand er in Ludwig Rosmanith einen Teilhaber, den er im Krieg kennen gelernt hatte.

Rosmanith, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer, blieb ihm vierzig Jahre lang ein verlässlicher Partner.

Der Sohn des Mitinhabers, Willi Rosmanith, trat 1931 ins Unternehmen ein. Er hatte sich in führenden Importhäusern der Branche auf diese Aufgabe vorbereitet. Erneut schwierig wurde es mit Kriegsausbruch 1939. Diesmal waren die Kaffee- und Teebestände an die Wehrmacht abzuliefern. Die Menschen tranken "Ersatzkaffee", nachdem Kaffeebohnen nicht mehr importiert wurden. Mit der Herstellung des Kaffee-Ersatzes "Ellboka" konnte sich das Unternehmen über Wasser halten.

Zum 100-jährigen Firmenbestehen 1952 war die Welt fast wieder in Ordnung. Es gab täglich frisch gebrannten Kaffee. Eine der Röstmaschinen stand in der Ellenbogengasse sogar im Schaufenster.

Die Senioren des Hauses, Adolf Linnenkohl und Ludwig Rosmanith, starben innerhalb von vier Monaten um die Jahreswende 1962 / 1963.

1983 Übernahme durch die ZET Kaffeerösterei aus Frankfurt am Main.

Das Geschäft in der Ellenbogengasse wird jetzt durch die ZET Kaffeerösterei beliefert.


Wissenswertes

Abbildung der Verkaufsstelle in Wiesbaden
Abbildung der Verkaufsstelle in Wiesbaden

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