Harkos G.m.b.H.

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Harkos G.m.b.H.

Harkos.jpg

Gegründet


Geschlossen

1967

Marke

Harkos Kaffee

Unternehmenssitz

Osnabrück,

Heinrichstr. 28/29

Berlin

Slogan

Kein Tag ohne Harkos Kaffee

Status

Ehemaliges Unternehmen


Geschichte

Wilhelm Krukemeyer war zunächst Handelsvertreter und machte sich aber schon bald mit einer Import-Agentur für Rohkaffee selbständig. [1]

1950 Als sein Sohn, der junge Mediziner Hartmut Krukemeyer (*1925) nach seiner Facharztausbildung in den Betrieb einstieg, begann die Ära der Kaffeerösterei (1951/ 1952). [1]

Gestartet wurde gleich mit Bohnenkaffee für den Endverbraucher in 50 g, 125 g und 250 g-Packungen. Während zuvor nur Rohkaffee an die kleinen Röstereien u. a. im Ruhrgebiet geliefert worden war, trat die Marke Harkos Kaffee dort nun als Konkurrent auf. [1]

Neben dem Ruhrgebiet wurden auch das Münsterland, Berlin und München mit Harkos Kaffee versorgt. Möglicherweise gab es in diesen Jahren eine Absprache mit Osnabrückern Röstern, sodass Harkos Kaffee nur außerhalb von Osnabrück vertrieben wurde. [1]

Das änderte sich bald, und zwar mit einer für diese Zeit doch ausgeprägten Werbung. Harkos Kaffee prangte unübersehbar an der Osnabrücker Straßenbahn und an Haltestellensäulen. Und es gab auch die Zeit des Dr. Harkos-Kaffee. Doch der akademische Grad vor der Kaffee-Marke war Wettbewerbern ein Dorn im Auge. [1]

Wer die Klage beim Landgericht Osnabrück eingereicht hat ist nicht bekannt. Osnabrücker Röster sollen es nicht gewesen sein, sondern ein Röster aus Rendsburg, dessen Filialunternehmen mit Namensähnlichkeit zu Harkos noch heute tätig ist. [1]

Das Osnabrücker Landgericht untersagte jedenfalls mit Urteil vom 14. Dezember 1956 die akademische Markenbezeichnung vor Harkos Kaffee: ...der Durchschnittsleser verbindet beim Lesen des Dr.-Titels vor einem Kaffee damit die Vorstellung, es handele sich dabei um einen Kaffee mit besonderen gesundheitsfördernden Eigenschaften bzw. Vorteilen. [1]

Es erklärte dann, dass der Vertrieb von normalem Kaffee unter Verwendung eines Dr. Titels gegen §§ 1,3 UWG verstoße. [1]

Auf den Packungen hatte Dr. Hartmut Krukemeyer außerdem zusätzliche, als medizinische Erläuterungen aufzufassende Angaben gemacht, insbesondere war mit ausdrücklicher unterschriftlicher Bestätigung des betreffenden Doktors gesagt, der Kaffee sei nach einem besonderen Rezept hergestellt. [1]

Dass Dr. Hartmut Krukemeyer Ende der 1950er Jahre etwa ein halbes Jahr in den USA war, wo er offensichtlich das dortige Praxisklinik-Konzept kennenlernte, blieb den Mitarbeitern nicht verborgen. In dieser Zeit dürften sie ein wenig aufgeatmet haben, denn der Junior war im Gegensatz zu seinem Vater alles andere als beliebt. Für ihn war Geld alles, nur ausgeben wollte er es nicht für bessere Löhne. Hartmut Krukemeyer habe hinter jeder Ecke etwas gewittert, er sei sehr mißtrauisch gewesen, erinnert sich der Mann, der insgesamt 16 Jahre in der Firma tätig war. [1]

Das Ende von Harkos Kaffee kam dann für die Mitarbeiter sehr abrupt. Der hat einfach den Schlüssel umgedreht, sagen die Zeitzeugen. Das sei am 1. November 1967 gewesen. [1]

Die Firma Harkos Kaffee sei aber auch mit Zoll und Justiz in Konflikt gekommen, erinnern die ehemaligen Mitarbeiter ebenfalls: Plötzlich stand eines Tages die Zoll- und die Steuerfahndung vor der Tür. Wie der folgende Prozeß ausgegangen ist, dürfte sich nur bei einem intensiven Aktenstudium herausfinden lassen (wenn die Akten überhaupt noch vorhanden sind). [1]

Offenbar versuchte Dr. Hartmut Krukemeyer die Rösterei Anfang der 1960er Jahre zu verkaufen. Da waren die Albrecht Brüder mal in Osnabrück und haben sich den Betrieb angesehen. Für die Aldi- Begründer war die Kapazität der Röstanlage aber wohl nicht groß genug? [1]


Wissenswertes

Harkos-Kaffee (Abkürzung für: Har-tmut K-rukemeyer Os-nabrück?) [1]

Abbildung Verkaufsschrank für Harkos Kaffee, Größe 37 x 31 x 22 cm
Abbildung Verkaufsschrank für Harkos Kaffee, Größe 37 x 31 x 22 cm

Einzelnachweis

[1] Harald Preuin: Serie: Kaffee-Röstereien (9), aus Osnabrücker Nachrichten, 24. November 2009